Fragen und Antworten zum Projekt ebSemantics II
Warum das Projekt ebSemantics II und was sind dessen Ziele?
Das Innovationsprojekt ebSemantics II wird geleitet von der B2B Standardisierungsplattform
der Wirtschaftskammer Österreich - AUSTRIAPRO www.austriapro.at. Die Koordinierung
der technischen Arbeiten hat das auf intelligente Semantic-Web basierte Anwendungen
und online Beratungslösungen spezialisierte Unternehmen Smart Information
Systems inne. ebSemantics II zeigt am Modellfall der Tourismus- und Freizeitwirtschaft
die Vorzüge und den Nutzen semantischer Systeme (Web 3.0) sowohl für
Unternehmen wie auch für Konsumenten. Der in Österreich volkswirtschaftlich
bedeutende Wirtschaftssektor Tourismus mit Bedacht ausgewählt, da hier
die Angebotsinformationen besonders stark fragmentiert (d.h über viele
bestehende Plattformen bzw. Website verteilt) vorliegen. Somit lassen die Fortschritte
in der Suchtechnologie, die Web 3.0 möglich macht, besonders gut zeigen.
Welches Potential hat Web 3.0 für den Tourismusbereich?
Der Einsatz von Semantic-Web-basiertem E-Commerce im Tourismus ermöglicht
es Anbietern ihre jeweiligen Angebote sehr einfach in einer auch für Maschinen
"verständlichen" Form zu beschreiben und damit auf einen Schlag
für eine Fülle von Portalen und Anwendungen intelligent nutzbar zu
machen. Dies verschafft den Tourismus- und Freizeitbetrieben die Chance, ihre
vielfältigen Angebote wesentlich besser, zielsicherer und auch aktueller
an die eigene Zielgruppe zu kommunizieren als dies bisher möglich war.
Aus Sicht der Urlauber ermöglicht Web 3.0 ein einfaches zielsichereres
Auffinden der jeweils den eigenen Interessen entsprechenden Angebote. Semantic-Web-basierter
E-Commerce stellt sicher, dass Gäste innerhalb der vielfältigen Angebote
der "Traum-Urlaubsdestination" Österreich, auch ihren ganz persönlichen
Traumurlaub finden und nicht mehr nach Inhalten und Angeboten explizit suchen
zu müssen, sondern diese automatisch in zielgruppenspezifisch aufbereitet
angezeigt zu bekommen.
Welche neuen Qualitäten ergeben sich durch Web 3.0 für den
Tourismus?
Web 3.0 macht neuartige Suchsysteme möglich, die nicht mehr nach einzelnen
aneinander gereihten Zeichen suchen, sondern vielmehr komplexe Inhalte und Zusammenhänge
"verstehen" können und diese auf eine für den Menschen intelligente
Weise darstellen können. Solche Suchmaschinen der nächsten Generation
unterstützen den User mit passenden Auswahlmöglichkeiten und geleiten
ihn zu konkreten Informationen, z.B. Informationen zu Produkten und Dienstleistungen.
Im Gegensatz dazu: Herkömmliche Suchmaschinen liefern Listen von Websites,
auf den der eingegebene Suchbegriff - ohne inhaltliche Zusammenhänge (d.h
ohne "Semantik") – vorkommt.
Wie wird ebSemantics funktionieren, auf welche Weise kommt Web 3.0
hier zum Tragen?
Im Rahmen von ebSemantics werden standardkonforme strukturierte Beschreibungen
- so genannte “Ontologien”- entwickelt, mit deren Hilfe auf sehr
effiziente Weise touristischen Angebote maschinen-interpretierbar im "Semantic-Web-Format"
RDF beschreibbar werden. Für die Awender werden zeitgleich passende Tool
entwickelt, um herkömmlichen vorliegenden Bescheibungen ohne Mehraufwan
in RDF zu konvertieren zu können - so etwa eine Microsoft Österreich
entwickelte Erweiterung für MS-Word.
Das Firmen A-Z der WKO als größtes Unternehmensverzeichnis des Landes
wird dahingehend erweitert, dass Angebote auch dort ganz einfach webbasiert
in maschinenlesbarer Form beschrieben werden können und sofort für
eine Fülle von Anwendungen verfügbar sind. Erweiterungen von Tourismus-Softwarelösungen
(z.B. Hotel CMS o.ä), zum direkten Export von touristischen Angeboten in
maschinenlesbare Formate ist ebenso vorgesehen.
Woran orientiert sich das Projektkonsortium?
Im Vordergrund der Entwicklungen müssen immer die Bedürfnisse der
Anwender stehen. Als Anwender kann man hier einerseits jene Menschen sehen,
die die Daten pflegen und eingeben aber andererseits insbesondere auch jene
die letztendlich touristische Angebote suchen. Die Vision des Projektes ist
es, den Unternehmen den Aufwand des Angebotsveröffentlichen zu erleichtern,
sowie ihre Angebote automatisch dort zu platzieren, wo sie zur Zielgruppe passen
und zugleich den potentiellen Kunden rasch und einfach zum gewünschten
Resultat zu geleiten.
Wie funktioniert die kollaborative (von den Nutzern getragen) Weiterentwicklung
der Standard für maschinenlesbare Angebotsbeschreibungen?
Gemeinsam mit Siemens Österreich, mit AUSTRIAPRO der und der Wirtschaftskammer
Österreich sowie den Unternehmen System One und Smart Information Systems
entwickelt die Universität Innsbruck im Rahmen des FIT-IT Projektes “myOntology”
eine kollaborative Ontologie-Entwicklungsplattform (siehe MyOntology)
. Diese allgemein zugängliche Online-Plattform soll es gleichermaßen
Experten, wie auch Anbietern und Nachfragern ohne großes spezifisches
Know-How ermöglichen, Ontologien bzw. Angebotsbeschreibungen in einem kollaborativen
Prozess auf Basis von Wiki-Technologien erstellen. Es ist geplant myOntology
künftig auch für die Entwicklung und Weiterentwicklung von Ontologien
für den Tourismus-Bereich zu nutzen.
An welchen Funktionen wird gearbeitet, was sind die innovative Elemente?
Smart Information Systems entwickelt den intelligenten Urlaubsberater "Smart
Assistant Tourism". Diese Beratungs-Lösung, die sehr einfach in verschiedene
Destinations- und Urlaubsportale integriert werden kann, erhebt in einem interaktiven
Beratungsdialog die Wünsche und Anforderungen eines Users an seinen persönlichen
Wunsch-Urlaub. Dabei beschränkt sich der Berater nicht nur auf die Anforderungen,
die die Unterkunft erfüllen soll, sondern fragt auch ab, ob der Gast sich
etwa für bestimmte Veranstaltungen oder Freizeitangebote in der Umgebung
interessiert. Der User kann hier auch bedürfnisorientierte Dinge, wie etwa
sein Interesse für Wellness- oder besondere Sportangebote angeben. Auf
Basis der so erhobenen Bedürfnisse empfiehlt der Berater jene verfügbaren
Quartiere, die den Anforderungen des Users entsprechen, die in einem Ort liegen,
in dem zum gewünschten Zeitpunkt ein möglichst vielfältiges,
den Interessen entsprechendes Event- und Freizeitprogramm angeboten wird. Der
erste Kunde der diese Lösung einsetzt ist das Portal der Landestourismusorganisation
Kärnten und unter http://urlaubsberater.kaernten.at zu finden.
Die Wirtschaftskammer Österreich erweitert ihr Firmen A-Z zu einem semantischen
Geschäftsregister, indem alle Tourismusbetriebe mit ihren Unternehmensdaten
und zunehmend auch mit Angebotsdaten eingetragen sind. Diese Einträge sind
mit semantischen Datensätzen hinterlegt und können so verschiedenen
intelligenten Suchsystemen zur Aufbereitung dynamischer Angebotsbündel
zur Verfügung gestellt werden.
AUSTRIAPRO sorgt für die Konformität der im Projekt entwickelten Lösungen.zu
bestehenden internationalen Standards und somit bestmögliche Einsatzfähigkeit
der ebSemantics Tools.
Was unterscheidet ebSemantics von herkömmliche „Portalen“,
und wer hat den größten Nutzen davon?
ebSemantics ist selbst kein neues (weiteres) Portal, sondern eine technologische
Basis, um intelligente "semantische" Suchsysteme betreiben zu können
und in der Folge Maschinen automatisch Inhalte verstehen zu lassen. Dadurch
ist eine wesentlich bessere Vernetzung des bestehenden Angebots möglich.
Profitieren können davon besonders die allem tausenden kleine touristischen
Betriebe, die so ihr Angebot auch ohne Internet Know-How bzw. Marketing Budget
ihrer Zielgruppe im Internet näher bringen können.
Die Anbieter sparen Zeit & Geld und können so ihre Internetmarketing
effizienter und zielgruppenorientierte durchführen als bisher.
Der zentrale Vorteile für urlaubsinteressierten Konsumenten: diese erhalten
auch für komplexe Urlaubswünsche (z.B. Hotel, Konzerte, Golfmöglichkeit
in der Nähe, Kinderprogramm..) einfach und schnell eine Vorschlagsliste
von möglichst gut passenden Angeboten ausgegeben (und nicht nur eine Auflistung
von Internetlinks)
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